Ötztaler Radmarathon 2018Fotos VeranstalterFotos Sportograf best ofInfosErgebnisse ErgebnisseMänner (3868 Klassierte)1. Nothegger Mathias, (AUT) 7:04.022. Porro Samuele, (I) 7:09.003. Hagenaars Patrick (AUT) 7:14.5337. (13.) Schmisl K. (URC-Ötztal) 07:41:5556. (21.) Gstrein U. (URC Ötztal) 07:49.3677. (46.) Holzknecht V. (URC Ötztal) 07:56.57177. (92.)Riml R. (URC Ötztal) 08:24.30185.(97.)  Robberechts I.  (URC Ötztal) 08:25.40237. (117.) Kuprian A. (URC Ötztal) 08:34.52375. (40.) Auer O. (URC Ötztal) 08:52.51417. (176.) Holzknecht A. (URC Ötztal) 08:56.30 418. (177) Raffl F.  (URC Ötztal) 08:56.30613. (299.)Bron R. (URC Ötztal) 09:15.19697. (352.) Gurschler M. (URC Ötztal) 09:23.311059. Pacemaker Hofer W. (URC-Ötztal) 09:50:331363. (276.) Schatz C. (URC Ötztal) 10:13.431789. (435.) Santer P. (URC Ötztal) 10:48.052536. (708.) Mourik L. (URC Ötztal) 11:44.123416. (1633.) Mayr B. URC Ötztal Gasteig 4:52.313564. (1696.) Sixt M. (URC Ötztal) Gasteig 6:29.18 Frauen (237 Klassierte)1. Orenos Laila (CH) 08:05.302. Kiesenhofer Anna 08:12.563. Prieling Nadja (AUT) 08:21.21118. (34.) Eiter B. URC Ötztal 12:05.54127. (21.) Heidegger J. (URC Ötztal) 12:11.05Ötztaler Radmarathon 2018

Sonntag 02.09.2018 | Sölden | 06.45 Uhr

Wichtigstes Detail bei einem Pacemaker-Roadbike ist die Pacingtabelle auf dem Oberrohr.

Wer vorne nicht mitmischt kann sich unterwegs mit anderen Dingen beschäftigen.

Aufgewachsen als Kind in der Schlagerepoche wurden mir Ohrwürmer ins Hirn graviert für die das Sozialministeriumservice zur Therapie hätte Rücklagen bilden sollen. Spätestens auf der Abfahrt vom Kühtai singe ich im Regen unfreiwillig und laut, aber erst ab Tempo 80 damit mich niemand hört, Drafi Deutschers Marmor Stein und Eisen bricht, aber nur den Teil mit Weine nicht wenn der Regen fällt Dam dam, dam, dam, in einer schmerzhaften Endlosschleife. Macht der Regen auf den Pässen einmal eine Pause kommt Reinhard Mey mit seinen Wolken und der Freiheit mir entgegen. Für die Freiheit dieser Ohrwürmer würde ich freiwillig am Ende des Ötztaler Radmarathons von Sölden übers Kühtai zu mir nachhause radeln.

Ich habe Dominic Kuens (OK Ötztaler Radmarathon) Mission Possible angenommen und den Auftrag, den Ötztaler Radmarathon unter zehn Stunden – idealerweise zehn Minuten früher – zu finishen, erfüllt. Von den neun Messkontrollstellen sind fünf innerhalb von plus minus drei Minuten und vier Punktlandungen dabei. Bei der Labestation in Schönau würde ich persönlich noch eine Orientierungszeit hinzufügen – 15.00 Uhr wäre hier ideal. Dominic organisiert für die Pacemaker Trikots, Radhosen, Windwesten, Sticker für die Startnummern und ein Schild für den Helm mit der Aufschrift in großen Lettern „<10h“. Auch die Richtzeiten hat er für uns ausgedruckt. Die einlaminierte Pacemaker-Tabelle, mit zwei Kabelbinder auf dem Oberrohr meines Rennrades befestigt, lässt mich die wichtigsten Durchgangszeiten bei dem vom Veranstalter eingerichteten Kontrollpunkten nicht vergessen. Ötz - 07.25, Kühtai – 08.45, Innsbruck 09.35, Brenner 10.55, Gasteig 11.30, Jaufen 13.00, St. Leonhard 13.25, Timmelsjoch 15.55, Sölden 16.35. Jetzt fehlt nichts mehr es kann losgehen.

„Bleibst du bei den Labestationen stehen“, ist die Frage die mir heute als Pacemaker <10 am häufigsten gestellt wird. „Ja, aber nur weil die geschmacklose Nebelsuppe auf den Abfahrten nicht satt macht“. „Ich esse und trinke so viel wie notwendig, zeig dem kleinen Mann die große Welt öfters als mir lieb ist, richte Kopftuch, Brille und Jacke zurecht für die Fotografen und dann geht es wieder weiter. Zweithäufigste Frage ist: „Bist du noch in der Zeit, wie liegen wir, geht es sich noch aus“? Bei der Auffahrt nach Hochgurgel ruft eine Frau hinter mir in Jubellaune – die Freude in ihrer Stimme ist nicht zu überhören – „dich habe ich den ganzen Tag gesucht, wo warst du denn, geht es sich noch aus unter zehn Stunden?“ „Ja, du hast es geschafft“, freu auch ich mich gleichermaßen über das gelungene Pacing. „Nimmst mich mit“, will sie noch wissen. „Ja, aber ich kann die Zeit nicht anhalten“ wurde ich auch öfters los und könnte man deshalb mit auf das Trikot drucken.

„Es regnet nicht nur wenn der Regen fällt“ singt Freundeskreis über den Schmerz der Liebe. Der Satz passt aber auch ganz gut zum heutigen Tag. Werden wir von oben verschont, spritzt Regenwasser von unten, aufgewirbelt von den Reifen, und das Sprühwasser der Vorderleute, uns erbarmungslos die Linsen aus den Augen. Umso lange wie möglich trocken zu bleiben, verabschiede ich mich wortlos von meinem Gruppetto und fahr ohne Windschatten von Kematen über Völs nach Innsbruck, dafür gehört der Applaus beim Meisinger mir ganz allein. Mit riesigen Kuhglocken, so groß dass zum Schellen zwei kräftige Männer anpacken müssen, werden ausnahmslos alle Teilnehmer angefeuert.

Obwohl das Wetter keinen Hund hinterm Ofen vor die Tür lockt, stehen wie jedes Jahr sehr viele Zuschauer, darunter viele persönliche Betreuer an der Strecke. Entschuldigen möchte ich mich an dieser Stelle – wie ich es unterwegs auch gemacht habe aber unmöglich alle erreichen kann – bei all jenen Zuschauern die wir bei der Auffahrt ins Kühtai aufgeweckt haben und die jetzt im Pyjama auf ihren Balkonen stehn, eine heiße Kaffeetasse wärmend mit beiden Händen umklammern und uns Hop Hop Hop zugänen. In der von mir geliebten Bierstindlkurve stehen jedes Jahr noch mehr Leute, zum Teil dreireihig, darunter Mia die beste Betreuerin die man sich wünschen kann. Sie steht unübersehbar – wer sie kennt weiß wovon ich rede – ausnahmsweise mit Brille um mich im großen Haufen nicht zu übersehen, pünktlich in erster Reihe und reicht mir Wasser, das sie den kalten Temperaturen entsprechend magenfreundlich aufgewärmt hat. Leider wieder kein Grund bei mir Zuhause, das unweit entfernt liegt, einzukehren.

By the way – Im Kreisverkehr am Brenner explodiert bei einem Teilnehmer unmittelbar vor mir sein Vorderreifen. Durch die Wucht der Explosion kommt er zum Sturz, verletzt sich aber zum Glück nicht. Der Teilnehmer neben ihm kommt dadurch auch ins Straucheln und kann nur mit sehr viel Mühe einen Sturz verhindern. Nicht, dass ich auf dem langen Rollerberg zum Brenner eingenickt wäre, aber jetzt bin auch ich wieder hellwach und all meine Sensoren steuern mich und mein Rad nur wenige Zentimeter zwischen den beiden Pechvögeln ohne Geschwindigkeitsverlust hindurch. Das Unterhaltungsprogramm für die restlichen Abfahrten bei Tempo 60, 70, 80 ist damit fertig geschnitten und läuft im Kopf unglaublich spannend in einer Endlosschleife bis es wieder bergauf geht.

Vermutlich wäre in St. Leonhard Schluss, wenn nicht der «gnädige» Jaufenpass die Finger vom Reservetank ließe. Dennoch ist Trapattonis sprichwörtliche Flasche in St. Leonhard leer und die längste Bergfahrt des Tages wird nur noch mit dem Reservetank bestritten – der Tacho zeigt dabei gerade noch Bewegung an. Bei Geschwindigkeiten unter acht Stundenkilometer rückt das Ziel, der Passo Rombo wie das Timmelsjoch auf italienischer Seite genannt wird, in scheinbar unerreichbare Ferne und ein anderes Ziel, dort anzukommen wo die Uhren langsamer gehen, ist erreicht.

Belohnt werden all jene Teilnehmer die das Ziel in Sölden knapp unter zehn Stunden erreichen. Sie fahren von der letzten Labestation, die sich 300 Hm unterhalb vom Timmelsjoch befindet, bis ins Ziel unter blauem Himmel. Wären wir nicht beim Ötztaler Radmarathon, wo im dekadischen Rhythmus jede Minute wichtig sein könnte, blieben wir jetzt stehen, denn die Stimmung zu diesem Zeitpunkt ist nicht zu übertreffen – endlich wärmende Sonnestrahlen, weiß verschneite Berge unter blauem Himmel und viel frische Luft. Es bleibt natürlich niemand stehen aber wirklich eilig hat es jetzt niemand mehr.

Ein stilisierter Steinbock ziert das Trikot der Finisher und passt dieses Jahr wie aufgepinselt, deshalb sagen wir von nun an anstatt „Hurra die Gams“ „Hurra der Steinbock“.

Ps: Ich stelle mich sofort wieder als Pacemaker <10h zur Verfügung, dann muss ich meine Zeit zuhause nicht rechtfertigen und kann am nächsten Tag wieder radeln gehen, vermutlich ist es dann auch wieder schön. Mir ist aufgefallen, dass außer den Teilnehmern, viele nicht wissen was ein Pacemaker ist.

 

Ötztaler Radmarathon 2017Fotos 10 Jahre Ötztaler RadmarathonInfosErgebnisse ErgebnisseMänner1. Zen Enrico (I) 6:56.532. Petzold Robert (D) 6:59.503. Markolf Michael (D) 7:01.201130. Willi Hofer (A) 9:30:54Frauen1. Orenos Laila (CH) 7:50.442. Pintarelli Daniela (A) 7:55.293. Kittel Agnes (A) 8:20.39Ötztaler Radmarathon 2017

Sonntag 27.08.2017 | Sölden | 06.45 Uhr

Abfahrt im Sellraintal – Willi Hofer (277) vom URC-Ötztal | Foto: Sportograf.com

Eine Analyse nach 10 Jahren Ötztaler Radmarthon.

tm: 09:30:54 | avs: 25 km/h | Rang: 1130| speed max: 104 km/h

bis Oetz – 7:22.25 – 37.25 – 1099 ||| bis Kühtai – 8:43.10 – 1:58.10 – 1201 ||| bis Innsbruck – 9:30.16 – 2:45.16 – 1188 ||| bis Brenner – 10:53.36 – 4:08.36 – 1365 ||| bis Gasteig – 11:22.49 – 4:37.49 – 1208 ||| bis Jaufenpass – 12:46.03 – 6:01.03 – 1141 ||| bis St.Leonhard – 13:12.02 – 6:27.02 – 1133 ||| bis Timmelsjoch – 15:40.49 – 8:55.49 – 1152

Bergzeitfahren Oetz-Kühtai 17.3km, Höhenunterschied 1200m

Fahrzeit 1:20.45,4 ||| Durchschnitt 12,853 km/h ||| Rang Gesamt 1352 ||| Rang 1352

Bergzeitfahren Innsbruck-Brenner 38.2km, Höhenunterschied 697m

Fahrzeit 1:23.20,3 ||| Durchschnitt 27,502 km/h ||| Rang Gesamt 1938 ||| Rang 1938

Bergzeitfahren Gasteig-Jaufenpass 21.6km, Höhenunterschied 1130m

Fahrzeit 1:23.13,6 ||| Durchschnitt 15,571 km/h ||| Rang Gesamt 1145 ||| Rang 1145

Bergzeitfahren St.Leonhard-Timmelsjoch 31.4km, Höhenunterschied 1759m

Fahrzeit 2:28.47,2 ||| Durchschnitt 12,662 km/h ||| Rang Gesamt 1276 ||| Rang 1276

 

Ötztaler Radmarathon 2016

Ötztaler Radmarathon 2016InfosErgebnisseErgebnisseMänner1. Hornetz Bernd (D) 6:57.042. Ludewig Jörg (D) 6:57.423. Cecchini Stefano (I) 7:01.17886. Hofer Willi 9:18.40Frauen1. Orenos Laila (CH) 7:42.292. Parente Simona (I)  7:47.523. Pintarelli Daniela (A) 7:52.16Sonntag 28.08.2016 | Sölden | 06.45 Uhr

Die zwei letzten Kehren vor dem Passo Rombo (2474 m) | Foto: Sportograf.com

 

Ötztaler Radmarathon 2014

Ötztaler Radmarathon 2014InfosErgebnisseErgebnisseMänner1. Cunico Roberto (I) 7:05.122. Nösig Emanuel (AUT) 7:07.313. Kirchmaier Stefan (AUT) 7:07.401106. Schleich Christian. (AUT) 9:41.311150. Smoly Michael (AUT) 9:44.36,81177. Hofer Willi (AUT) 9:46.983507. (Letzter) Meier Hans 13:32.38Frauen1. Orenos Laila (CH) 8:01.242. Pintarelli Daniela (A) 8:02.193. Ciuffini Chiara (I) 8:09.26Sonntag 31.08.2014 | Sölden | 06.45 Uhr

Abfahrt vom Timmeljoch (2474 m) – Willi Hofer vom URC-Ötztal | Foto: Sportograf.com

48 Stunden! Dreckig, nass und kalt – Das «Nordkette Downhill.pro» Rennen und der «Ötztaler Radmarathon», zwei prestigeträchtige Radsportevents an einem Wochenende – was will man mehr? Sonnenschein und mindestens 20 Grad auf 600 Meter Seehöhe um 09.00 Uhr!!!

Vor dem Einschlafen in der Nacht von Samstag auf Sonntag regnet es noch in Strömen zeitgleich warnt der Veranstalter alle Teilnehmer per SMS dass am Renntag ab Mittag mit teils heftigen Regenschauern zu rechnen ist und dass sich alle Starter dementsprechend kleiden sollen. Ich habe keinen Rucksack dabei weil ich mir geschworen habe nie mehr wieder ein Rennen mit einem Rucksack zu bestreiten – letztes Jahr fuhr ich einen Rucksack 12 Stunden sinnlos spazieren! Der Veranstalter hat uns aber einen Rucksack ins Startpaket gepackt, was will er uns damit sagen – vielleicht doch wieder mit Rucksack fahren? Nein, Fenster zu und Augen zu der Wetterbericht verspricht am Sonntag keinen Regen bis Mittag! Um 05.00 Uhr klingelt der Wecker, es ist kein Regen zu hören, der Blick aus dem Fenster, es ist noch dunkel, zeigt im Licht der Laternen trockene Straßen. Es ist unter der hochstehenden Wolkendecke windstill, der Windchillcalculator wird auf 8 Grad gestellt und zeigt bei 40km/Stunde minus vier Grad Celsius an. Der Rucksack bleibt zuhause aber die Björn-Daehllie-Jacke die ich im Winter zum Skaten bei widrigen Verhältnissen verwende habe ich beim Start und wie sich später herausstellt bei jeder Abfahrt sehr gerne an. Von idealen Verhältnissen – wenn es die beim «Ötztaler» überhaupt gibt – kann ich leider nicht sprechen, aber das macht ihn zu dem was er ist – einen der härtesten Radmarathons der Welt.

Ich fahre seit 2007 zum fünften Mal beim Ötztaler Radmarathon mit aber so viele Zuschauer wie dieses Jahr habe sind mir noch nie aufgefallen. Durch einen Spalier von Menschen fahren wir auf den letzten Metern nach Kühtai, dasselbe Bild in Kematen beim Bäcker Ruetz, in Innsbruck in der Bierstindlkurve und beim Sonnenburgerhof, in Steinach am Brenner entlang der Durchzugsstraße und in St. Leonhard nach der Abfahrt vom Jaufenpass. Spätestens am Brennerpass müssen alle Selbstversorger anhalten und auftanken, der nächste unfreiwillige aber letzte Stopp vor dem Ziel in Sölden ist am Jaufenpass – die Blase drückt seit einer Stunde, außerdem fehlt das Flachstück zum Anziehen der Jacke während der Fahrt. Die Angst in den Regen zu kommen lässt viele Teilnehmer schneller fahren als sie es sich zugetraut hätten. Wer unter neun Stunden fährt erreicht trocken das Ziel in Sölden. 500 Hm unterhalb des Passo Rombos komm ich wieder einmal in den Genuss der totalen Härte des «Ötzis». Der dichte Nebel wirkt beängstigend, die tief hängenden Wolken können die hohe Luftfeuchtigkeit nicht mehr länger zurückhalten und es beginnt zu regnen, aber mit dem richtigen Sound im Ohr werden «Hasenfüße» Helden – das funktioniert solange der Körper nicht völlig durchnässt und unterkühlt ist. Acht Grad Celsius am Passo Rombo auf knapp 2500 Meter Seehöhe – das erinnert an den Start vor neun Stunden – dieses Mal aber mit Regen. Meine Björn-Daehllie-Jacke rettet mich jetzt auf der langen Abfahrt nach Sölden vor einer Lungenentzündung den Schnupfen drei Tage später kann sie aber nicht abwehren. Das Ausklicken aus den Pedalen im Ziel erledigen die vor Kälte zitternden Beine von alleine.

Gesellschaftlich war der diesjährige Ötztaler Radmarathon etwas ganz Besonderes. Wir sind zu viert und jeder mit seinem «Personal Setup» unterwegs. Judith M. ist zum ersten Mal dabei – steht einen Startblock hinter mir – und schickt die ganze Familie zur physischen und mentalen Unterstützung auf die Rennstrecke. Eigenartiger Weise überhole ich sie bei der Auffahrt nach Kühtai!? Michael S. ist als Labestationentester unterwegs und lässt keine aus. Kurz nach Ötzerau wünscht er mir noch einen Guten Morgen und zieht davon. Am Brenner sind wir drei abgesehen von den unterschiedlichen Startzeiten wieder zeitgleich und fahren gemeinsam bis nach Sterzing. Michael muss sich bis zum Jaufenpass wieder einen kleinen Vorsprung herausfahren um die Rastzeit bei der Labe zu kompensieren – so überholt er mich an diesem Tag insgesamt drei Mal. Judiths Mama wird am Jaufenpass von ihr nicht gebraucht, ich habe sie leider nicht gesehen, vielleicht hat sie sich auch versteckt in der Angst von mir kurz gedrückt zu werden hätte mir nicht geschadet. Der Papa in Moos darf sich jetzt schon aufwärmen damit er mit der schnellen Tochter und der schweren Wolke am Rücken, in der Judiths Taunenkleidung steckt, bis zum Passo Rombo mithalten kann. Sein Leihbike mit Gruberantrieb soll ihm oder ihr oder beiden bei der längsten Auffahrt des Tages zum Passo Rombo dabei helfen – vielleicht hat sie deshalb nicht mehr auf uns gewartet um außer Sichtweite zu sein – nichts Genaues weiß man nicht. Judith konnte auf die professionelle Hilfe verzichten und liebäugelt mit dem Gedanken nächstes Jahr in der Selbstversorgerkategorie zu starten – maximal ein kleines schnelles präventives Mentaltraining vorher noch. 500 Hm unterhalb vom Passo Rombo schleicht Christian Schleich an mir vorbei dicht gefolgt von Michael S., dass sich die beiden kennen wusste ich vorher nicht, jetzt sind wir zu dritt und fahren gemeinsam ins Ziel nach Sölden.

 

Ötztaler Radmarathon 2013

Ötztaler Radmarathon 2013InfosErgebnisseErgebnisseMänner1. Cunico Roberto, (I) 7:13.062. Ludewig Jörg (D) 7:13.183. Zen Enrico (I) 7:15.491773. Hofer Willi  11:58.16Frauen1. Dietl Monika (D) 8:29.432. Prieling Nadja (A) 8:52.063. Käferböck Simone (A) 9:07.44Sonntag 25.08.2013 | Sölden | 06.45 Uhr

2000 Teilnehmer drehen aufgrund des schlechten Wetters in Kühtai um. Im Bild Willi Hofer vom URC-Ötztal auf der Abfahrt im Sellraintal. | Foto: Sportograf.com

 

Ötztaler Radmarathon 2010

Ötztaler Radmarathon 2010InfosErgebnisse ErgebnisseMänner (3947 Klassierte)1. Corradini Antonio (ITA) 7:03.45,12. Götsch Philipp (ITA) 7:03.47,33. Kairelis Dainius (ITA) 7:06.04,44. Dekker Bert (NL) 7:10.27,95. Hornetz Bernd (GER) 7:21.18,62586. (1580.) Willi H. 11:20.58,2Frauen (217 Klassierte)1. Van Den Brande Edith (BE) 7:49.28,22. Scharrer Andrea (GER) 8:18.13,93. Bandini Monica (ITA) 8:31.06,44. Gruber Karin (AUT) 8:31.47,15. Girardi Laura (AUT) 8:36.43,921. (11.) Claudia Hammerle (AUT) 9:16.26,3Sonntag 29.08.2010 | Sölden | 06.45 Uhr

Passo Rombo (2474 m) – Willi Hofer vom URC-Ötztal | Foto: Sportograf.com

Schöne Radrennen organisieren können viele, aber die Stellschrauben für das Schönwetter haben nur die Veranstalter vom Ötztaler Radmarathon. Zusätzlich sind alle Straßen für den Öffentlichen Verkehr gesperrt, die Berge hoch genug und die auf der Rückseite des Finisher-Trickots aufgedruckten 238 Kilometer und 5500 Hm machen eine schmale RennradlerInnenbrust breiter und größer.

Wenn es am Start regnet bleib ich liegen und gehe am Nachmittag in die Sauna. Bei Regen, der über 1900 Meter Seehöhe in Schneefall übergehen soll, 238 Kilometer und 5500 Hm radeln, das geht nicht, das macht keinen Spaß und außerdem bin ich krank danach. Das dachten viele. Ich hab mir vorgenommen bei jeden Wetter zu starten und bis nach Innsbruck zu fahren und dort die Entscheidung zu treffen heiße Tusche bei mir Zuhause oder weiterfahren bis zum Brenner. Das Ersatzprogramm in Sölden war von vielen besser durchdacht als die Regenrenntaktik. Der Regen allein wäre ja nicht das Problem sondern die damit verbundene Kälte auf den vier Pässen die es zu bezwingen gilt. Die Wettervorhersage für Sonntag verunsicherte jeden Teilnehmer derart dass mit erhöhter Aufmerksamkeit der gesamte Ötztaler in Angriff genommen wurde. Nicht einmal der optimistischste Teilnehmer hat mit Sonnenschein von Sonnenauf- bis untergang gerechnet. Das Wetter war besser als vorhergesagt darüber waren sich alle einig. Die Kälte am Start, 4 Grad über Null, hielt das Tempo nach Ötz in Grenzen. Das gesamte Teilnehmerfeld fuhr zivilisiert nach Ötz. Frische Luft bei der Auffahrt ins Küthai, stimmungsvolle Musik bei der Dortmunder Hütte, begeisterte Zuschauer entlang dem letzten Anstieg zur ersten Bergwertung auf 2020 Meter Seehöhe. Mit einer Ötztaler Kraftkugel in der Hamsterbacke ging es im Kanaldeckeltal (Sellraintal) bergab in der vom Sonnenlicht durchfluteten Bergwelt. Der Gegenwind von Kematen bis nach Innsbruck ist für die Windschattenfahrer kaum spürbar und von Innsbruck bis zum Brenner war dankbarer Rückenwind.

Wieso ich Claudia Hammerle hinauf ins Küthai ziehen lassen musste merkte ich erst als in Innsbruck beim leichten Anstieg zum Sonnenburger Hof drei große Gruppen an mir vorbeizogen. Knieschmerzen im linken Bein die mich bei schlechtem Wetter spätestens am Brenner zur Aufgabe gezwungen hätten waren die Ursache. Das Wetter war aber so traumhaft und stabil dass ich den kontinuierlich stärker werdenden Schmerz teilweise verdrängen konnte und automatisch kompensierte das rechte Bein größten:teils das Defizit des linken Beins.

Claudia Hammerle hätte die idealen Verhältnisse, die gute Vorbereitung und die perfekte Unterstützung ihres Radclubs dem URC-Ötztal nicht besser nützen können und erfüllte sich schon bei ihrem ersten Antritt eine Traumzeit die für sie nur noch durch intensiveres Training zu verbessern sein wird. Gratulation von meiner Seite zur besten URC-Ötztal Teilnehmerin.

Die Topografie vom Jaufenpass kommt betreffend dem Rennzeitpunkt jedem und jeder entgegen – ändert für die Teilnehmer die mehr als zehn Stunden fahren nichts an der Tatsache das es am Brenner eigentlich reicht, am Jaufenpass die Flasche leer ist und absolut unklar ist wie man auf das Timmelsjoch kommen soll?! Wer im letzten Drittel fährt erlebt viel Kurioses. Ein Teilnehmer wurde von mir gesehen der während dem Essen bei den Labestationen eine brennende Zigarette im Mund hielt. Ein anderer Teilnehmer den ich bei der Auffahrt zum Timmelsjoch überholte trank weggeworfene Wasserflaschen leer. So gesehen ging es mir noch gut ich hatte für die Auffahrt zum Timmelsjoch noch ein gesundes Bein. Bei der vorletzten Labestation wurden hinter mir die Beschilderungen Tee, Iso, Kuchen usw. abmontiert das beantwortete die Frage nach der Uhrzeit die ich nicht mehr zu stellen wagte und fuhr sofort weiter. Völlig erschöpfte Teilnehmer furzten sich ungeniert bis zur Rettungslabe die sich fünf Kilometer unterhalb des Tunnels der das eigentliche Ziel des Timmelsjoch darstellt. Ich genoss die letzten Sonnenstrahlen bei dieser Labestation und erreichte bei grandioser Sonnenuntergangsstimmung das Timmesljoch erst nach 17:00 Uhr. Hurra. Glücklich. Mit Einskommafünfundzwanzig Beinen den Ötztaler geschafft. Was wird nächstes Jahr das Problem sein?

 

Ötztaler Radmarathon 2008

«die Hobby Europameisterschaft für Renneradfahrer»

Ötztaler Radmarathon 2008InfosErgebnisse ErgebnisseMänner (3449 Klassierte)1. Corradini A. 1970, (I) 7:00.49,42. Dekker B. 1970 (NL) 7:02.313. Laner A. 1970, (I) 7:06.292070. (1228.) Hofer W. 1970 (A) 10:56.08Frauen (134 Klassierte)1. Bandini M. 1964 (I) 8:18.40,12. Gallucci M. 1973 (I) 8:18.40,53. Corona A. 1961 (I) 8:25.41Sonntag 31.08.2008 | Sölden | 06.45 Uhr

Abfahrt vom Timmelsjoch (2474 m) – Willi Hofer vom URC-Ötztal | Foto: Sportograf.com

29 Nationen waren pünktlich um 07:45 am Start und das Wetter war wie letztes Jahr ideal. Ein folgenschwerer Sturz am Anfang konnte leider nicht vermieden werden verursachte aber keine längeren Wartezeiten für die nachfolgenden Teilnehmer. Die Felder und das Tempo waren homogener als letztes Jahr und es riss sich niemand um die Führungsarbeit beim relativ starken Gegenwind von Matrei am Brenner bis nach Sterzing der 300 Hm unterhalb vom Jaufenpass die Köpfe der Radler abermals auf Lenkerhöhe drückte. Am Jaufen stellen sich meist viele Fragen die nicht sofort beantwortet werden können. Was soll ich jetzt essen? Was soll ich jetzt drinken und vor allem wie komme ich jetzt noch auf das Timmelsjoch wenn der Tank leer ist? Wenigstens findet man nach der Abfahrt vom Jaufen den Hahn zum Reservetank wieder mit dem man die längste Auffahrt des Tages bewältigen soll. Ab der Ortschafte Moos halten viele am Straßenrand an und hängen ihre Oberkörper weit über den Lenker wie nasse Fetzen über eine Wäscheleine. Fahrer die das Timmelsjoch nach 16:00 Uhr erreichen kommen (darunter auch ich) nicht mehr trocken ins Ziel. Ein Platzregen der in einen Dauerregen überging erwischte mich kurz vo der Auffahrt nach Obergurgel zur Mautstation und anschließend folgte das große Zittern und Zähneklappern bis ins Ziel nach Sölden. Die Müdigkeit hatte ich auf diesem Abschnitt vergessen. Jetzt, Finisher-Trikot abholen, umziehen, auf der Heimfahrt (im August) im Auto kräftig einheizen und den Gedanken ob es nicht besser wäre sich eine Playstation zu kaufen spätestens Zuhaus vergessen denn das Training für nächstes Jahr beginnt ja morgen.

 

Ötztaler Radmarathon 2007

Ötztaler Radmarathon 2007InfosErgebnisse ErgebnisseMänner (3449 Klassierte)1. Negrini Emanuele I 07:03:372. Corradini Antonio I 07:03:433. Dekker Bert NED 07:03:441948. (1175.) Willi H. 10:23:48Frauen (134 Klassierte)1. Gruber K. AUT 08:18:152. Bandini M. I 08:18:18.413. Corona A. ITA 08:34:38Sonntag 26.08.2007 | Sölden | 06.45 Uhr

Mit dem Mountainbike beim Ötztaler Radmarathon – Willi Hofer  vom URC-Ötztal | Foto: Sportograf.com

4500 Teilnehmer aus 25 Nationen starteten am Sonntag um 06:30 Uhr zur Traumtour jedes Radsportlers. 230 km und 5500 Hm waren zu absolvieren. Der Start war in Sölden und die Tour führte über insgesamt vier Pässe (Küthai, Brenner, Jaufen, Timmelsjoch). Bei den Männern ist dieses Rennen weiterhin fest in den Händen der Italiener. Bei den Frauen durften die Österreicher jubeln.

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