Neusiedlersee Halbmarathon und Radmarathon 2015

Neusiedlersee Halbmarathon und Radmarathon 2015Infos – RC-Hohe WandErgebnisseHalbmarathon (83 Klassierte Männer)1. Hans Neumüller (AUT) 1:18:50 3:45 min/km2. Hannes Hermann (AUT) 1:22:103. Dieter Halwax (AUT) 1:22:2813.(4.) Willi Hofer 1:30:43 4:19 min/kmHalbmarathon (15 Klassierte Frauen)1. Paulina Weissenbök (AUT) 1:49:56 5:14 min/km2. Maria Frais (AUT) 1:50:583. Diana Szuromine (AUT) 1:53:20Radmarthon 125 km (869 Klassierte Männer)1. Petr Lechner (CZE) 3:01:59 41,2 km/h2. Bernhard Rehrl (AUT) 3:01:593. Gergely Popovics (HUN) 3:02:00Radmarthon 125 km (54 Klassierte Frauen)1. Dia Szuromine-Pulsfort (HUN) 3:09:082. Dagmar Heiling (AUT) 3:17:383. Krisztina Benczes (HUN) 3:23:28186.(59.) Willi Hofer URC-Ötztal 3:23:16Kombiwertung (15 Klassierte Männer)1. Hans Neumüller (AUT) 1:18:50 | 3:17:41 | 4:36:312. Andras Ligeti (HUN) 1:28:17 | 3:09:12 | 4:37:293. Zoltan Varga (HUN) 1:32:13 | 3:09:14 | 4:41:286. Willi Hofer URC-Ötztal 1:30:43 | 3:23:16 | 4:53:59Samstag 25.04. – Sonntag 26.04.2015 | Mörbisch

Im Ziel in Mörbisch. © Willi Hofer

Beim Halbmarathon nach eineinhalb Stunden um 43 Sekunden das sportlich ehrgeizige Ziel verfehlt. Dass die Unglückszahl 13 in der Gesamtwertung (Halbmarathon) immer zum undankbaren vierten Klassenrang führt ist hoffentlich unwahr. Im Kreisverkehr beim Radmarathon umgefallen so als säße ich das erste Mal auf einem Rennrad! Deshalb haben sie mich hoffentlich nicht in der Kombinationswertung vergessen.

Der Sommer in Österreich beginnt im Burgenland. Das Starterfeld beim 24. Neusiedler See Radmarathon ist international besetzt – viele kommen aber aus Österreich und Ungarn und die meisten österreichischen RennradlerInnen aus den östlichen Bundesländern. Ein paar Tiroler verirren sich im Frühling lieber in Pannonien als an der Adria. Noch weiter westlich aus Vorarlberg, schreit niemand mehr oder hebt die Hand, als der Moderator sie auffordert sich bemerkbar zu machen. Sie fahren lieber eine Stunde länger Richtung Westen und können nachher von einem Ausflug nach Paris erzählen.

Zugegeben, wer in Mörbisch aussteigt sagt: „das ist zu weit“. Zwei Tage später lassen die Eindrücke und die Erlebnisse die Fahrt vergessen – kauft vor der Abreise als Zeichen der Zufriedenheit mindestens eine Kiste Wein und bucht vorsorglich aus Angst kein Zimmer mehr zu bekommen die Übernachtung für nächstes Jahr. Am Samstag um 10.00 Uhr – einen Tag vor dem Radmarathon – findet der Neusiedler See Lauftag statt, dieses Jahr bereits zum 15. Mal. Die Kinderläufe starten um 09.00 Uhr, der 5000 Meter Lauf und der Halbmarathon um 10.00 Uhr. Am Nachmittag ab 15.00 Uhr findet wie jedes Jahr das 25 Kilometer Einzel- und Paarzeitfahren statt. Wer beim Halbmarathon mitläuft und beim Neusiedler See Radmarathon mitfährt kann sich in der Kombinationswertung registrieren.

Für Entspannung und Unterhaltung sorgt das östliche Seeufer. In Podersdorf macht jedes Jahr zur selben Zeit der Kit- und Surfweltcup Station. 8 € kostet die Szenerie am Beach – unter der Sonne dem Sound lauschen, den KitesurferInnen und BeachvolleyballerInnen zujubeln oder die Beine bewegungslos in den Neusiedler See hängen und einen Afro-Eiskaffee schlürfen.

Ausschlafen und lang frühstücken ist bei den Startzeiten um 10.00 Uhr ebenfalls möglich und bei mindestens 20 Grad unter wolkenlosen Himmel friert niemand mehr. Die Trikottaschen sind abgesehen von der Verpflegung leer, Weste, Windjacke oder langärmelige Radbekleidung bleibt zuhause und wird nicht spazieren gefahren – es gibt nichts Schöneres als gepäckfreien Sport.

125 Kilometer misst die flache Strecke rund um den Neusiedler See. Der einzige längere erwähnenswerte Anstieg ist zu Beginn. 200 Hm misst der moderate Bergsprint von Mörbisch über das Paneuropäischen Picknick bis nach Klingenbach. Wenn der Tacho immer über 20 Stundenkilometer zeigt fährt man ab Klingenbach in der Spitzengruppe oder in der Verfolgergruppe mit. Wellig und flach geht es weiter Richtung Süden nach Sopron in Ungarn. Das hohe Tempo in den großen Gruppen erfordert maximale Aufmerksamkeit und ist zum Teil anstrengender als das Treten selber. Aus unerfindlichen Gründen stürzt unmittelbar vor mir, in einem Kreisverkehr, ein Teilnehmer. Mein ungeschicktes Verhalten beim Ausweichen bringt mich ebenfalls zum Sturz. Mir ist nichts passiert nur die Kette war draußen. Bis ich wieder Fahrt aufgenommen habe hat sich die Gruppe bereits 200 Meter entfernt. Allein im Gegenwind bei maximaler Leistung kann ich den Abstand halten komme der Gruppe aber nicht näher. Nach fünf Minuten verzweifeltem Kampf muss ich die Gruppe leider ziehen lassen. Zehn Minuten fahre ich alleine in Richtung Norden gegen den Wind bis die nächste Gruppe am Horizont hinter mir auftaucht. In dieser Gruppe finde ich ebenfalls keinen Platz und fahr schlussendlich in einem Gruppetto tapfer bis nach Weiden. In Neusiedel ertönen plötzlich Sirenen von Polizeimotorrädern und kündigen eine schnelle große Gruppe an die einzelne TeilnehmerInnen und Gruppettos wie wir es sind aufsammeln. Die Gefahr von Stürzen in sehr großen Gruppen nimmt nach hinten deutlich zu deshalb bin ich froh dass ich noch genügend Körner habe um in diesem großen Fahrerfeld bis ins Ziel ganz vorne mitfahren zu können. Die große Hektik beim Zielsprint auf den letzten 500 Metern durch zwei Neunziggradkurven kann ich hinter mir lassen und bin mit einer Zeit von 3:23h drei Minuten langsamer als letztes Jahr dafür war ich am Vortag beim Laufen drei Minuten schneller als letztes Jahr. Dieselbe Zeit wie letztes Jahr reicht dieses Jahr nur für Platz sechs in der Kombination. In der Rangliste der Kombinierer haben sie mich und vielleicht einige andere – deshalb ist der sechste Rang nur Spekulation – vergessen.

 

Neusiedlersee Halbmarathon und Radmarathon 2014

Neusiedlersee Halbmarathon und Radmarathon 2014Infos – RC-Hohe WandErgebnisseKombination Halbmarathon und Radmarathon (19 Klassierte)1. Zoltan Varga (HUN) 1:31:24 + 3:15:18 = 4:46:422. Willi Hofer (URC-Ötztal) 1:33:37 + 3:20:59 = 4:54:363. Rainer Pittnauer (A) 1:22:05 + 3:33:35 = 4:55:40Halbmaraton Männer (86 Klassierte)1. Manuel Luef (A) 1:21:502. Roland Zoder (CH) 1:21:50.693. Rainer Pittnauer (A) 1:22:05.16Samstag 26.04. – Sonntag 27.04.2014 | Mörbisch

Einzelzeitfahren am Samstagnachmittag – Willi Hofer vom URC-Ötztal. Foto: RC-Hohe Wand

Rang zwei in der Kombination. Vom zweiten bis zum sechsten Platz sind die Abstände zwischen den Rängen der Kombinierer nicht viel größer als eine Minute – aufgrund der Gesamtzeit von fast fünf Stunden eine sehr enge Entscheidung.

Mörbisch am Neusiedlersee ist nicht nur für seine Seefestspiele bekannt sondern auch für den Neusiedlersee Radmarathon den der Verein RC-Hohe Wand mittlerweile zum 23ten Mal veranstaltet. An diesem Wochenende findet nicht nur der Radmarathon rund um den Neusiedlersee statt sondern auch Laufbewerbe und ein Einzel- bzw. Paarzeitfahren am Samstag. Pech mit dem Wetter haben nur die jüngsten TeilnehmerInnen die in genau jener halben Stunde laufen in der es regnet. Kurz vor dem Start der Fünftausendmeter- und Halbmarathon-Distanz hört der Regen auf. Der nasser Boden und der Gegenwind nach der Wende sind nicht unbedingt die Idealbedingungen für eine Bestzeit aber die Lufttemperatur und die Topografie der Strecke kompensieren die Nachteile. Die TeilnehmerInnen beim Halbmarathon laufen eine vom Veranstalter exakt ausgemessene Runde mit 5300 Meter insgesamt viermal. 114 LäuferInnen aus fünf Nationen erreichen das Ziel beim Halbmarathon und die schnellste Zeit an diesem Tag lief bei den Männern Manuel Luef aus Österreich mit 1:21:50 Stunden und bei den Frauen Eva Portörö aus Ungarn mit 1:32:26 Stunden. Brigitte Kugler ist es am Samstagvormittag zu nass deshalb geht sie nicht an den Start. Gerüchte behaupten ihr gefällt der Pokal den es beim Einzelzeitfahren am Nachmittag zu gewinnen gibt besser und spart Körner um für eine Überraschung zu sorgen. Für mich ist die Teilnahme beim Halbmarathon aufgrund der Kombinationswertung die es für die TeilnehmerInnen beim Halbmarathon und Radmarathon gibt, verpflichtend. Meine Zeit beim Halbmarathon 1:33:37 Stunden reicht für den 16. Gesamtrang und 6. Klassenrang. Drei Stunden später um 15:00 Uhr starten 154 Radsportler im Zeitintervall von 30 Sekunden zum Einzel- und Paarzeitfahren. Am Anfang der welligen 20 Kilometer langen Strecke, steht ein kleiner Hügel mit ungefähr 100 Hm im Weg der im Pulsbereich VO²max durchgedrückt wird. Viele Teilnehmer sind mit Zeitfahrrädern und Tropfenhelmen ausgestattet. Das Ziel ist beim historischen Platz auf dem das „Paneuropäische Picknick“, eine Friedensdemonstration an der österreichisch-ungarischen Grenze in der Nähe der Stadt Sopron, stattfand. Der damalige österreichische Außenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Guyala Horn durchtrennten symbolisch am 27. Juni 1989 genau an diesem Platz den der Grenze vorgelagerten Signalzaun, um den am 2. Mai 1989 begonnen Abbau der ungarischen Überwachungsanlagen zu unterstreichen. Alle Ampeln stehen auf grün – der Wind ist schwach, die Straße trocken und die Temperaturen ideal. Wolfgang Eibeck gewinnt mit sieben Sekunden Vorsprung und erreicht mit seiner Zeit 27:30 Minuten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 43,6 km/h. Brigitte Kugler fährt mit einer Zeit von 40:42 Minuten in ihrer Altersklasse auf den dritten Podestplatz und holt sich nach 1976 den bisher schönsten Staubfänger in ihrer Sportlerkarriere. Ausgewindet bis auf den letzten Tropfen hängt auch mein Körper im Ziel weit über den Lenker und der Tacho zeigt 34:05 Minuten das reicht für den 62 Gesamtrang und 19 Klassenrang. Die Trinkflasche blieb aus aerodynamischen und gewichtssparenden Gründen im Zimmer, der hohe Puls verhindert ohnehin das Trinken während der Fahrt. Was wir nicht wissen ist, dass es im Ziel auch nichts Durststillendes gibt um die ausgetrockneten Münder die eine halbe Stunden lang garagentorartig offen standen zu bewässern. Also schnell zurück nach Mörbisch zum Energie tanken für den morgigen Radmarathon.

Kaiserwetter und traumhafte Temperaturen sorgen am Sonntag beim Neusiedlersee Radmarathon, der auf 125 Kilometer gegen den Uhrzeigersinn rund um den Neusiedlersee führt, für einen neuen Teilnehmerrekord. 874 RennradlerInnen werden am Start in zwei Blöcke eingeteilt und starten zeitversetzt. Die ersten die starten sind die FahrerInnen mit den Liegerädern. Ein viertel Stunde später, um 10:00 Uhr startet der erste Block mit den insgesamt 400 FrühanmelderInnen die während dem gesamten Rennen von Polizeimotorrädern begleitet werden. Ich habe Glück dass ich in die drei Stürze die vor mir passieren nicht verwickelt werde, aber auch Pech weil ich jedes Mal stehen bleiben muss und den Anschluss zu den FahrerInnen die sich vor dem Sturz befinden verliere. 10 Kilometer vor dem Ziel verlor ich beim letzten Sturz der unmittelbar vor mir passiert 50 Plätze. Die Zuschauer sehen zum ersten Mal Siegerzeiten unter drei Stunden. Jürgen Pansy aus Graz gewinnt mit einer Zeit von 2:59:35 Stunden das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 42 km/h, drei Sekunden vor Christian Isak aus Wiener Neustadt dem damit ebenfalls eine Zeit unter drei Stunden gelingt. Gerit Glomser, prominentester Teilnehmer beim Radmarathon erzielt mit einem Rückstand von 2:39 Minuten den 33. Gesamtrang. Die drei Stürze vor mir und die lange Fahrt alleine im Seitenwind ohne Windkantenunterstützung von Kilometer 70 bis 90 drücken meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf 37,4 km/h herab. Meine Zeit im Ziel, zwanzig Minuten hinter dem Sieger, reicht für den 73. Klassenrang. In der Kombinationswertung, die Zeiten beim Halbmarathon und Radmarathon werden einfach addiert, reicht meine Zeit von 4:54:36 Stunden, mit knapp 8 Minuten Rückstand auf den Ungarn Zoltan Varga aus Budapest, für den zweiten Podestplatz.

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