Montafon Bike Marathon 2022

30.07.2022 | Tschagguns | 07:30 Uhr

Auf dem Energieweg entlang dem Vermuntstausee auf 1743 Meter Seehöhe.

Der Montafon-Bike-Marathon zählt zu den attraktivsten Veranstaltungen für ambitionierte Mountainbiker in ganz Österreich. Das Montafon bietet ideale Voraussetzungen für eine anspruchsvolle und landschaftlich schöne Strecke. Nicht nur das Mountainbike-Rennen, sondern auch das Rahmenprogramm lockt viele Zuschauer und die Bevölkerung der Umgebung, zu dieser sehr unterhaltsamen gut besuchten Veranstaltung.

450 freiwillige Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Ausreden, nicht mitzumachen, sind schwer zu finden. Denn es wird von der extrem langen Strecke mit 130 Kilometern und 4300 Hm auf dem Mountainbike, bis zur genüsslichen Tour mit dem E-Bike, die 32 km und 1050 Hm misst, für jedes Leistungsniveau eine Strecke angeboten. Die unterschiedlichen Distanzen fordern die Teilnehmer mit anspruchsvollen Streckenprofilen, kräfteraubenden Anstiegen und waghalsigen Abfahrten.

Stets im Blick die imposanten Gipfel von Rätikon, Verwall und Silvretta.

Am Donnerstag und Freitag sind die E-Biker ohne Zeitmessung auf Genusstour unterwegs und am Samstag starten die Mountainbiker auf insgesamt vier unterschiedlichen Streckenlängen. Die lange Strecke beim Mountainbike-Marathon misst 130 km und 4300 Hm. Diese Runde fordert ein sehr hohes Fitnesslevel der Biker und die Verpflegung unterwegs kann entscheidend sein, ob man das Ziel innerhalb der Karenzzeit erreicht oder nicht. Die Strecke führt durch das ganze Tal, das als Montafon bezeichnet wird.

Der Start befindet sich beim Aktivpark Montafon, der sich direkt neben der Hauptstraße im Montafon auf der östlichen Seite der Ill befindet und leicht zu finden ist. Von dort geht es für die Langdistanzteilnehmer um 7.30 Uhr – nicht zu früh und nicht zu spät – dorfeinwärts druch Schruns ins Silbertal. Sieben Kilometer geht es zu Beginn leicht bergauf, bis man von der Asphaltstraße auf eine Schotterstraße abbieg. Die anschließende Forststraße ist etwas steiler aber es sind auf der gesamten ersten Bergetappe durch das Silbertal, das Wasserstubental, über Innerkristberg und den Bartholomäberg keine schweren Anstiege zu erwarten. Ab der Wende im Wasserstubental geht es nach 900 permanent bergauf zurückgelegten Höhenmeteren abwechselnd flach, bergauf und bergab, über Innerkristberg in Richtung Bergspitze Montenau die am Bartholomäberg drohnt. Die Auffahrt nach Innerkristberg misst 170 Hm und die anschließende Auffahrt Richtung Bergspitze Montenau 270 Hm. Bevor es jetzt am Bartholomäberg nur noch ausschließlich bergab geht sind vom Kreuzungspunkt der vorrangegangenen Forstwegauffahrt bis zum Gasthaus Rellseck noch 90 Hm bergauf zu bewältigen. Die anschließende Abfahrt führt auf Asphalt- und Forststraßen, sowie auf zahlreichen Single Trails sehr abwechslungsreiche bergab.

Erste fahrtechnisch schwierige Single Trail Abfahrt!

Der Single Trail am Ende der Abfahrt oberhalb vom Kloster Grauenstein ist fahrtechnisch sehr anspruchsvoll. Die Einfahrt in den Single Trail führt über eine Stein- und Wurzelstufe und erfordert ein fahrtechnisches Niveau von S3/G3. Anschließend führt dieser Single Trail auf verblocktem wurzeligen und steinigen Untergrund durchgehend im Schwierigkeitsgrad S2/G2. Ein paar Spitzkehren und steilere Abschnitte sind mit S3/G3 zu bewerten. Die anspruchsvollsten Abschnitte des Single Trails enden kurz nach dem Kloster Grauenstein nach ca. 100 Hm – die restliche Abfahrt nach Kaltenbrunnen ist für jeden geübten Biker befahrbar.

Jetzt folgt eine kurze flache Transferstrecke auf einem asphaltiertem Radweg entlang der Ill bis zu zweiten Bergetappe im Rellstal nach Schandang.

800 Höhenmeter führen ohne Verschnaufpause permanent bergauf.

Die Auffahrt ist lang aber niemals unangenehm steil.

Die Abfahrt, auf der ab dem Gasthof Montabella noch ein Gegenanstieg von 80 Hm wartet, führt großteils auf Asphalt- und Forststraßen. Der flache fahrtechnisch sehr einfache Aqua-Weg, der zum Staubecken Gampadales führt, ist der einzige Single Trail entlang der gesamten Abfahrt auf der zweiten Bergetappe. Am Ende dieser Abafhrt fahren die Biker die auf der anspruchsvollen Strecke unterwegs sind durchs Ziel beim Aktivpark Montafon.

Die Teilnehmer der Extrem-Distanz fahren taleinwärts im Montafon, sehr oft am Bachufer der Ill entlang, weiter bis nach Partenen. Dieser sehr abwechslungsreiche Abschnitt führt auf asphaltierten Radwegen, Schotterstraßen und vielen einfachen crosscountryartigen Single Trails. Abgesehen von der zwei Kilomter langen normal steilen Auffahrt entlang der Skitrasse bei St. Gallenkirch und dem letzten Kilometer entlang der Mautstraße bis zum Abzweig Richtung Stausee Kops, führen alle Streckenabschnitte nur leicht ansteigend bergauf.

Die dritte und letzte Bergetappe führt auf einer sehr steilen schmalen Asphaltstraße, die sich für eine befestigte Straße in dieser Höhe in einem überraschenderweise ausgezeichneten Zustand befindet, bis zum Stausee Kops. 700 Höhenmeter misst diese Bergfahrt die auf den kurzen etwas weniger steilen Abschnitten kaum Verschnaufpausen gönnt. Der flache fahrtechnisch sehr einfache Single Trail entlang dem Stausee Kops ist landschaftlich der schönste Abschnitt auf dieser Runde.

Zum Fotografieren bleibt vermutliche keine Zeit.

Zeit zur Erholung findet man auf der Abfahrt entlang der Asphaltstraße die zur Silvretta Hochalpenstraße im Paznauntal führt. Am Ende dieser Abfahrt geht es abseits der Mautstraße in Kleinvermunt noch einmal 400 Hm auf rumpeligen Karerrenwegen bergauf bis zum Dach der Tour der Bielerhöhe, die sich auf 2037 Meter Seehöhe befindet.

Auf der Abfahrt bis zum Vermuntsee sind abgesehen von den rumpeligen Karrenweg Abschnitten keine besonderen Schwierigkeiten zu erwarten. Landschaftlich sehr reizvoll ist die Fahrt auf dem Energieweg entlang dem Vermuntsee – nicht umsonst hat sich an dieser Stelle ein Sportograf Fotograf platziert.

Weil man fast alle Höhenmeter entlang der Extrem Distanz spätestens beim Vermuntsee geschafft hat, ist man gedanklich bereits im Ziel.

Aber Achtung! – jetzt folgt noch eine sehr lange fahrtechnisch schwierige und sehr kräfteraubende Single Trail Abfahrt in Untervermunt bis zur Labestation oberhalb von Partenen.

Sehr schwere Single Trail-Abfahrt in Untervermunt!

Der Schwierigkeitsgrad dieser steilen und steinigen Abfahrt liegt abwechselnd zwischen S2/G2 und S3/G2. Eine Passage ist sogar mit S4/G4 zu bewerten. Nicht nur auf der Single Trail Abfahrt sondern auch bei den vielen Straßenquerungen ist erhöhte Aufmerksakeit gefragt. Der crosscountryartige Single Trail Abschnitt, der bei der Labestation oberhalb in Partenen beginnt, ist fahrtechnisch noch schwieriger wie die vorangegangene Abfahrt. Der Single Trail führt als Schräghangfahrt zu Beginn flach auf verblocktem steinigen und wurzeligen Untergrund abwechselnd im Schwierigkeitsgrad S2/G2 und S3/G3. Am Ende der Schräghangfahrt führt er etwas einfacher ausnahmslos bergab bis zur Bundesstraße im Montafon.

Die Abfahrt im Montafon führt wie die Auffahrt sehr abwechslungsreich entlang der Asphaltstraße, entlang von Radwegen und crosscountryartigen Single Trails, mit nur wenigen kurzen Gegenanstiegen, bis ins Ziel zum Aktivpark Montafon. Auf der gesamten Abfahrt ist aufgrund des hohen Tempos und den vielen Abzweigungen erhöhte Aufmerksamkeit gefragt, damit man sich am Ende, nach so vielen Stunden Fahrzeit nicht noch verfährt.

Herrliche Aussichtspunkte auf der Extrem-Strecke.

Auf Teilen der Strecke gibt es außerhalb der Veranstaltung des Montafon-Bike-Marathons Fahrverbote – aber nicht nur deshalb empfiehlt sich die Teilnahme am Renntag.

UCI-MTB-Rennen.

Der Montafon-Bike-Marathon ist ein Teil der Union Cyclist International Mountainbike Marathon Series Class 3. Diese Wertung ist vergleichbar mit einem Weltcup Rennen. Hier sammeln die Teilnehmer auf der Strecke Extrem Punkte für die Gesamtwertung.

Montafon BIke Marathon

 

Ergebnisse

130 KM | 4500 HM (20 Klassierte Männer Elite)

1. HUBER Urs (SUI) 5:39:03

2. KIENINGER  Caleb (D) 05:39:07

3. CLAES Frans (BEL) 05:41:38

20. HOFER Willi (URC-Ötztal) 8:04:09

 

130 KM | 4500 HM (7 Klassierte Frauen Elite)

1. MORATH Adelheid (D) 6:51:52

2. KALASOVA Milena (CZE) 07:07:00

3. MORVILLO Bianca (ITA) 07:16:54

4. SOMAVILLA Bianca (AUT) 07:18:47

7. SULZER Evelyn (AUT) 8:17:44

 

130 KM | 4500 HM (49 Klassierte Männer)

1. LÜTHI Tobias (SUI) 6:09:07

2. PFISTER Wolfgang (AUT) 06:23:39

3. KELLER Johannes (D) 06:46:08

24. (4.) HOFER Willi (URC-Ötztal) 8:04:09

49.SCHWEINBERGER Stefan (D) 10:01:56

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