ELDORADO

BIKE-MARATHON 2016

29.05.2016 | Wörgl | 08.00 Uhr

Die drittplatzierte Stefanie Neulinger und Willi Hofer vom URC-Ötztal ,am Ende der Abfahrt vom Lahntaler Berg | Foto: Sportograf.com

Der Verein Radunion Unerland veranstaltet jedes Jahr im Zuge des einwöchigen Wörgler Bikefestivals zum Abschluss einen Bikemarathon mit insgesamt drei unterschiedliche Distanzen – A: 67 km / 1700 Hm | B: 54 km / 1430 Hm | C: 38 km / 770 Hm.

Die Wettervorhersage verspricht keinen Regen bis Mittag, der zur Freude des Veranstalters, unerwartet viele Nachnennungen zur Folge hat. Mehr als 300 Biker stehen am Start der drei angebotenen Strecken – die meisten Teilnehmer zählt die lange Strecke A.

Aufgrund von Holzarbeiten muss der Streckenchef Roman Ellinger, Obmann des Vereins Radunion Unterland, die Abfahrt vom Hennersberg umleiten – sie führt jetzt nicht wie ursprünglich geplant auf dem Aubachtrail ST15 sondern auf dem etwas exponierteren Single Trail am Lahntaler Berg bergab ins Inntal zurück nach Wörgl. Zwei kurze fahrtechnisch schwierige Abschnitte sind mit Schildern und Streckenposten gekennzeichnet und sind zu Fuß zurückzulegen.

Von der Wertstoffhalle in Wörgl fährt der Biker-Tross auf der Tiroler Straße B171 fünf Kilometer neutralisiert von der Polizei begleitet ohne Hektik bis nach Kundl. Noch vor der Einfahrt in die Kundler Klamm wird das Rennen freigegeben und die Biker biegen rechts bergauf in die Asphalstraße nach Saulueg ein. Die ersten 300 Hm geht es permanent bergauf, anschließend wechseln flachere Forstwegabschnitte mit asphaltierten Anstiegen bis zur ersten Labestation die sich 150 Hm unterhalb des höchsten Punktes der Runde (Holzalm 1452 m) befindet. Einen Schluck Cola vor der extrem steilen Kletterei, damit die Beine nicht explodieren genehmigen sich viele – dennoch schieben fast  alle ihr Bike in meiner Umgebung. Wer sich sieben Minuten quält fährt ohne Absteigen bis zum Single Trail, auf dem jeder sein Bike bergauf drei Minuten schieben bzw. tragen muss. Auf der großen flachen Wiese ist die Holzalm erreicht, jetzt geht es großteils auf einer Forststraße 950 Hm bergab ins Inntal. Am Ende der Abfahrt bilden sich Gruppettos die auf dem flachen Abschnitt am Waldrand des Maukenwaldes bis nach Radfeld gemeinsam fahren. Von dort führt eine kurze Schleife, entlang einer Forststraße, 120 Hm bergauf zum Ruinentrail. Leider sind zu diesem Zeitpunkt immer noch zu viele Biker gemeinsam unterwegs, so, dass auf der Abfahrt am Ruinentrail, aufgrund der zahlreichen Spitzkehren im unteren Abschnitt, die vor mir leider niemand fährt, ein Rückstau entsteht und damit wertvolle Rennzeit verloren geht. Nach der Ortsdurchfahrt in Rattenberg, geht es auf der nördlichen Seite im Inntal, flach und wellig in Zeitfahrposition vorbei am Reintalersee zur vorletzten Labestation, die größer Gruppen in mehrere Gruppettos und Einzelfahrer wie mich zerlegt. In Breitenbach wechselt die Strecke A wieder auf die südliche Innuferseite. Drei Kilometer später geht es abwechselnd auf Forststraßen und Single Trails crosscountryartige weiter bis zum Beginn des letzten Anstieges bergauf zum Hennersbergerhof. Der breite Single Trail zu Beginn ist sehr steil und endet nach 170 Hm bei einer Asphaltstraße knapp unterhalb des Hennersbergerhofes wo sich die letzte Labestation befindet. Die besten Platzierungen sind vergeben, deshalb wird zur Einkehr ausgeklickt und angehalten – sportlich ehrgeizige Ziele bleiben trotzdem in Reichweite.

Das Schlimmste haben wir hinter uns meinen die freundlichen Helfer bei der letzten Labestation und reichen uns zur Aufmunterung eine Cola.

300 Hm noch, dann wird der Forstweg flacher und der Tacho zeigt wieder Geschwindigkeiten an die an Fortbewegung erinnern. Auf der schnellen kehrenlosen Single Trail Abfahrt am Lahntaler Berg verstecken sich unterhalb des Laubteppichs viele Gemeinheiten, die zu spät erkannt zu brenzligen Fahrsituationen und ungeplanter Linienwahl führen. Der Abstand der Biker ist zu diesem Zeitpunkt groß genug, so, dass jeder Biker auf dieser Abfahrt sein eigenes Tempo fahren kann und keine Zeit verliert. Den Sprint auf den letzten flachen zwei Kilometer ins Ziel verhindern Krämpfe in beiden meiner Beine.

Gratulation dem Veranstalter – der Marathon wird von Jahr zu Jahr lässiger. Nach zwei Wurstsemmeln und einem Erdinger Alkoholfrei, geht es kurz nach Mittag nachhause aufs Sofa wo Redbull-TV um 14.00 Uhr den MTB-XC Worldcup in Le Bresse live überträgt.

 

ELDORADO BIKE-MARATHON 2015

Fotos: Sportograf.comInfosErgebnisseErgebnisse InnsbruckStrecke A 80 km / 1900 HmFrauen (3 Klassierte)1. Manuela Hartl 3:38:062. Claudia Horn 4:23:283. Kirstin Varnecke 4:40:48Männer (61 Klassierte)1. Daniel Federspiel 3:00:002. Simon Schupfer 3:00:013. Daniel Rubisoier Denifl 3:00:0438. Willi Hofer URC Ötztal 3:38:2210.05.2015 | Wörgl | 08.00 Uhr

Kurz vor der Holzalm (1452 m) am höchsten Punkt der langen Strecke | Foto: Sportograf.com

Prämiere für den Wörgler Bikemarathon.
Ein echter MTB-Klassiker ohne Trails.
Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers Daniel Federspiel beträgt 29km/h.

Die letzten Regenschauer kurz vor dem Start, der zeitig um 8.00 Uhr neutralisiert bis nach Kundl erfolgt, verziehen sich Richtung Osten. Dreckig werden wir heute nur vom nassen Boden und vom spritzenden Hinterrad des Vordermannes.

Selbst am Muttertag stehen wieder einmal mehr Männer am Start als Frauen.

Auf der langen (85 km / 1900 Hm)  von insgesamt drei Distanzen starten nur drei Damen. Ich schnappe mir zum Schluß auf dem flachen Rückweg im Inntal von Angath nach Wörgl die Siegerin und wir fahren einsam aber gemeinsam ins Ziel, das sieben Kilomter weiter entfernt liegt als in der Ausschreibung angegeben. Mein Scott SUB Hardtail mit Starrgabel und 1.3er  Cyclocross tubeless Bereifung war die richtige Wahl auf dieser Strecke mit vielen asphaltierten Straßen und bestens  präparierten Forstwegen. Auf den Abfahrten verlier ich selbst mit suboptimalen Material, gegenüber meinen unmittelbaren Konkurrenten, keine Zeit. Die fünfminütige Pinkelpause bei Kilometer 50 ist nicht zu vermeiden – fünf Plätze gehen dabei verloren. Wer alleine fährt muss auf den schnellen Abfahrten der Orientierung sehr viel Aufmerksamkeit schenken um sich nicht zu verfahren. Bei vielen Weggabelungen im Wald stehen keine Marshalls – nur Wegweiser und grüne Richtungspfeile am Boden weisen den Weg ins Ziel. Ich habe das Ziel gefunden und wünsch dem Veranstalter Roman Ellinger für die nächste Auflage mehr TeilnehmerInnen.

Ergebnisse Innsbruck

Frauen 67 km (11 Klassierte)

1. Walz Katja 1981 (D) 3:02:56

2. Hühnlein Birgitt 1970 (D) 3:04:39

3. Neulinger Stefanie 1982 (D) 3:12:31

Männer 67 km (175 Klassierte)

1. Mayer Michael 1994 (A) 2:28:25

2. Seewald Andreas 1991 (D) 2:29:40

3. Salcher Dominik 1991 (A) 2:31:48

91. (22.) Hofer Willi 1970 (A) URC Ötztal 3:12:35

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