Caidom 2012 –

«Wir schlagen mit unseren Fäusten auf die Protektoren und sprechen ein Gebet».

Samstag 06.10. – Sonntag 07.10.2012 | Brixen (Südtirol)

Siegerehrung der Kombinierer (Uphill und Downhill) | Foto: Roland Noichl

Internationale Beteiligung beim Caidom/Domcai 2012. Beim Uphill-Rennen Domcai am Samstag um 10:00 Uhr starten 42 Deutsche Herrn, 24 Italiener, neun Österreicher, neun Deutsche Frauen, sieben Schweizer, drei Österreicherinnen, zwei Italienerinnen und ein Belgier. Beim Massenstart Downhill-Rennen Caidom am Sonntag um 14:00 Uhr sind 70 Italiener, 61 Deutsche Herrn, 29 Österreicher, elf Deutsche Frauen, sechs Schweizer, zwei Österreicherinnen, ein Belgier, ein Tscheche und ein Holländer am Start.

17 Kilometer lang ist das Uphill-Rennen von Brixen in Südtirol bis zur Caihütte und 2000 Hm müssen dabei bewältigt werden. 36 TeilnehmerInnen kommen nicht in die Wertung, die Zeitmessung endet nach 3h 45min. Der Start erfolgt beim Sportplatz in Brixen bei traumhaften Wetter und idealen Temperaturen. Neutralisiert, mit Motorrad-Polizei-Eskorte geht es verwinkelt und zum Teil sehr schmal abseits der öffentlichen Straßen bis zum ersten Anstieg nach Milan, dort wird das Rennen freigegeben. Abgesehen von den Eisenpfosten bei den Fußgängerbrücken, die für nachfolgende Fahrer sehr überraschend auftauchen und deshalb fast zu Sturz kommen, gibt es ansonsten keine Überraschungen. Dass die MTB Weltcup Cross Country Fahrerin Lisi Osl vom Ghost Racing Team, das von Ghost gesponserte Rennen gewinnt, war auf dem Papier der Startliste bereits klar. Nach dem ersten kurzen Anstieg in Milan, führt ein Single-Trail großteils unfahrbar bergauf. Alle Teilnehmer schieben und tragen ihre Bikes an dieser Stelle ungefähr 15 Minuten. Anschließend folgen abwechselnd asphaltierte Straßen, Wald- und Wiesenwege, kurze Single Trails bis zur Talstation der Plosebahn. Der Single-Trail Abschnitt kurz vor der Talstation der Plosebahn, ist zur Gänze fahrbar auch die kurzen sehr steilen Rampen.

Die erste Labestation befindet sich bei der Talstation der Plosebahn. Von dort geht es weiter auf Forststraßen ohne schwierigen Anstiege entlang der Rodelbahn bis zur Bergstation der Plosebahn wo sich die letzte Labestation befindet. Karrenwege, Forststraßen und ein kurzer Single Trail charakterisieren den nachfolgenden Abschnitt bis zur Abzweigung auf die Schipiste. Die letzten 200 Hm entlang der Downhillstrecke sind zu diesem Zeitpunkt für die meisten Teilnehmer zu steil und der Großteil schiebt bzw. trägt sein Bike bis ins Ziel – eigentlich schade weil die Forststraße von der man abzweigt fahrbar bis ins Ziel zur Caihütte führt. Mein Pflicht-Vorgabe, die Caihütte unter zwei Stunden zu erreichen, reicht für den neunten Gesamtrang. Umziehen, Schnitzel essen auf der Caihütte und nach der Abfahrt noch ein paar Trainingsfahrten mit dem Downhillbike für das morgige Massenstart-Downhill-Rennen erledigen, ist ebenfalls Pflicht.

Sonntag – es ist bewölkt aber kein Regen in Sicht. Der vom Veranstalter gut organisierte Shutteldienst – Kleinbusse mit Anhänger für Bikes – bringt die TeilnehmerInnen von Brixen bis zur Talstation der Plosebahn auf 1067 Meter Seehöhe. Die Seilbahn befördert pro Kabine einen Biker plus Bike bis auf 2050 Meter Seehöhe. Auf den letzten 400 Hm hinauf zur Caihütte und weiter bis zum Start beim Telegraph gibt es keine Aufstiegshilfe mehr. Die TeilnehmerInnen schieben ihre Bikes entlang der Strecke und prägen sich Schlüsselstellen ein. Beim Ridersmeeting auf der Caihütte um 13:00 Uhr wird noch einmal auf das Reglement hingewiesen, wie zum Beispiel auf die Startaufstellung die vielleicht die Hälfte der Teilnehmer befolgt – das heißt ,wer als Erster am Telegraph ankommt bekommt den besten Startplatz. Es gibt drei Startlinien die ca. zehn Meter voneinander entfernt sind und dort werden die Bikes auf den Boden gelegt. 60 Meter hinter den Bikes befinden sich zwei Startlinien für die Teilnehmer. Die vordere Linie für die Teilnehmer mit den Startnummern 0 bis 150 und die um zehn Meter zurückversetzte hintere Startlinie für den Rest. Zehn Minuten vor dem Start werden die Windjacken und Rucksäcke in den Gepäcktransporter geworfen. Die Downhiller in ihren Rüstungen formieren sich – nur noch 60 Sekunden bis zum Start – das gemeinsame Einklatschen beginnt.

Das dabei entstehende Geräusch, die Kälte und die vorbeiziehenden Nebelfetzen erinnern an mittelalterliche Schlachten.

Die 16 Ladies am Start haben entweder laut gelacht oder sind uns ähnlicher als uns recht ist. 30 Sekunden bis zum Start – der neben mir bekreuzigt sich und küsst den Boden, wie ein italienischer Fußballer der gerade ein Tor geschossen hat und sich vor Freude nicht vor Furcht beim Herrn bedankt. Leider bleibt keine Zeit ihn aufzuklären, dass es nicht so schlimm werden wird, obwohl wenn ich links den Hang hinunterblicke, der nach zehn Metern in freien Fall übergeht, nicht mehr so sicher bin ob etwas Unterstützung von oben vielleicht doch gut täte. Wie ging das nochmal Stirn, Brustbein, linke Schulter – zu spät der Startschuss fällt, in Eile verspreche ich in Gedanken mit dem Blick Richtung Himmel, den Boden nach der Art Brasilianischer Fußballer zu küssen sollte ich im Ziel heil ankommen. Der erste flache Kilometer im Wiegetritt auf dem Downhillbike bis zur Caihütte, sieht so aus wie die Maximalbeschleunigung eines Sulky. Auf der schnellen breiten Schiabfahrt hinunter bis zur Bergsation der Seilbahn kann ich einige Plätze wieder gutmachen. Im langen, technisch schwierigen Mittelteil, ist das Überholen fast unmöglich. Leider habe ich in diesem Abschnitt zweimal Pech. Trotz lautstarker Zurufe stellen die langsamer fahrenden Vorderleute lange Zeit nicht aus. Erst am Ende des langen Single-Trails im Wald  kann ich den letzten Blockierer überholen und fahr vermutlich deshalb aus Übermut viel zu schnell in die Ameisenkurve. Ein kapitaler Sturz mit dem Kopf voraus und dem einschlagenden Bike in meinem Rücken ,bleibt abgesehen von einer verdrehten Sattelstütze und dem Zeitverlust zum Glück ohne Folgen. Kurz vor dem Ziel kann ich noch einen Platz retten und fahr unter die Top 30 auf Platz 27. Das war das letzte Radrennen in dieser Saison – Hurra Trainingspause.

 

Caidom 2011 – «8 + 20 = 5»

Caidom 2011Fotos Roland Noichl ErgebnisseUPHILL DOMCAI Männer (42 Finisher)1. Wirths Ragnar 1.53.30 - 252 Pkt.2. Döhl Ludwig 1.56.24 - 222 Pkt. (Kop)3. Wallnöfer Freddy 1.57.09 - 202 Pkt. (Kop)8. Hofer Willi 2.03.08 - 172 Pkt. (Kop)UPHILL DOMCAI Frauen (5 Finisherinnen)1. Weber Michaela 2.36.08  252 Pkt. (Kop)2. Braumann Birgit 2.47.10 222 Pkt. (Kop)3. Breckner Lisa 3.02.04 - 202 Pkt. (Kop)DOWNHILL CAIDOM Männer (132 Finisher)1. HALZER Miha (SLO) 26'082. DRNOVSEK Matej (SLO) 26'223. SCHUMANN Max (GER) 26'33 (KoP)20.HOFER Willi (AUT) 33'33 (KoP)30. EGGER Florian (AUT) 35'1131. ROSSI Stefano (ITA) 35'3134. GANSTER Alex (AUT) 35'4263. NOICHL Roland (AUT) 40'12DOWNHILL CAIDOM Frauen (13 Finisherinnen)1. BRAUMANN Birgit (AUT) 37'42 (KoP)2. KATZ Barbara (SUI) 39'573. MOSER Hanna (AUT) 41'10KOMBINATION KoP Männer (25 Finisherinnen)1. Schumann Max 7.(UH)174 +  3.(DH)252 = 4262. Döhl Ludwig 2.(UH)222 + 15.(DH)202 = 4243. Bader Vinzi 11.(UH)166 + 13.(DH)222 = 3885. Hofer Willi 8.(UH)172 + 20.(DH)192 = 364KOMBINATION QoP Frauen (4 Finisherinnen)1. Braumann Birgit  2.(UH)222 + 1.(DH)252 = 4742. Weber Michaela 1.(UH)252 + 10.(DH)202 = 4543. Breckner Lisa 3.(UH)202 + 6.(DH) 222 = 424Samstag 17.09 – Sonntag 18.09.2011 | Brixen (Südtirol)

Das Ziel beim Uphillrennen ist auf der Sonnenterrasse der Plosehütte | Foto: Roland Noichl

Wir fahren im Wiegetritt über alles hinweg was sich uns in den Weg stellt, ähnlich wie in einer mittelalterlichen Schlacht beim Gebläse zum Angriff, nur ohne Geschrei.  In Brixen in Südtirol findet zum sechsten Mal, das in der lokalen MTB-Freeride- und Downhillszene prestigträchtige CAIDOM-Rennen statt. Am Samstag der MTB-Uphill-Bewerb und am Sonntag das MTB-Downhill-Rennen, jeweils mit Massenstart.

Am Samstag starten in Brixen in Südtirol 47 TeilnehmerInnen bei traumhaften Wetter zur exakt 2000 Hm entfernt gelegenen Plosehütte. Die steilen Single Trails im ersten Drittel nach Sankt Andrä sind nicht fahrbar. 200 Hm müssen die Bikes geschoben oder getragen werden. Der Rest der Strecke bis 200 Hm unterhalb der Plosehütte ist zur Gänze fahrbar und führt, großteils auf Forstwegen aber auch Single-Trails und kürzeren asphaltierten Abschnitten, ohne nennenswerten längeren steilen Anstiegen, permanent bergauf. Die letzten 200 Hm auf der Skipiste entlang der Downhillroute sind bergauf bis zur Plosehütte nicht fahrbar. Die zwei Erstplatzierten, die bis zum Ziel bei der Plosehütte auf dem Forstweg blieben, werden von der Rennleitung disqualifiziert. Auf den letzten 400 Hm kann ich noch zwei Plätze gutmachen das bringt mir nochmals 4 Punkte in der Uphillwertung. Leider verfahre ich mich im unteren Abschnitt einmal und muss wieder ein Stück zurück. Ohne diesen Fahrfehler wäre Max Schuhmann, der im Ziel einen Vorsprung von einer Minute und elf Sekunde hat und Christian Ploner mit 3 Minuten und 12 Sekunden in Reichweite gewesen.

Das Wetter am Sonntag beim Massenstart-Downhillrennen um 14:00 Uhr ist prinzipielle schlecht. Aber im Vergleich zum Unwetter, das um ca. 17:00 Uhr auf der Autobahn kurz vor dem Brenner hereinbricht, nur ein feuchter Lärcherlschas. Es gibt bis zum Start um 14:00 Uhr keine ernstzunehmenden Regenfälle und die Temperaturen sind für die Höhe auf 2550 Meter fast schon angenehm. Ich stehe ohne Zähneklappern mit zwei dünnen langärmeligen Radtrikots und einer dünnen Weste am Start – d.h. volle Bewegungsfreiheit für den bevorstehenden LeMants Start. Mein Race-Fully Scott Spark 35 mit DH-Mänteln liegt in der ersten Startreihe und das Twinloc ist eingerastet für die ersten flachen 300 Meter. Im Sprint zum Bike ist eines bereits klar, die Beine sind vom Uphillrennen am Vortag und dem Firmenlauf am Abend alles andere als spritzig. Die größten Lacken am Start will ich eigentlich umfahren dafür ist aber kein Platz. Wir fahren im Wiegetritt über alles hinweg was sich uns in den Weg stellte, ähnlich wie in einer mittelalterlichen Schlacht beim Gebläse zum Angriff nur ohne Geschrei. Der Boden ist derart aufgeweicht dass ich auf den ersten 200 Hm ständig das Gefühl habe das mein Bike einen Patschen hat. Wenn man bei solchen Massenstarts nicht ganz vorne dabei ist fährt man gefühlsmäßig im letzten Drittel. Da sich bei den Engstellen keine größeren Staus bilden ist mir sehr früh klar, dass ich nicht schlecht platziert bin. Nach der Abfahrt auf der Schipiste, die zwei sehr steile Rampen aufweist, folgt ab der Bergstation des Plosebahn ein technisch anspruchsvoller Single-Trail im Schwierigkeitsgrad S3, der über 1000 Hm wie ein Slalom durch den Plosewald führt – ein Spaß sondergleichen aber aufgrund der Nässe nicht unbedingt an diesem Tag. Im letzten Drittel sind zwei Single-Trail Einstiege zu bewältigen die mir bei der Besichtigung am Vortag schon Kopfzerbrechen bereiten. Bei Nässe unfahrbar, und weit und breit keine alternative Abstiegsmöglichkeit. Als ich beim Rennen an diese Stelle komme, seilen sich bereits zwei Biker, links und rechts an Ästen hängend ab, – mir blieb nur die astlose Route in der Mitte. Ich rutsche querstehend den Hang hinunter und verwende mein Bike zum ausbalancieren wie einen Skistock. Ich habe Glück und stürze nicht, komme bevor der Hang zu Ende ist auch wieder zum Stillstand und mache zwei weitere Plätze gut. Kurz vor dem Ziel folgt eine längere sehr rutschige Schräghangfahrt und dann ist der ganze Spaß vorbei. Wie versprochen habe ich auf mein Carbon-Racefully aufgepasst und bin mit dem zwanzigsten Platz, gemessen an den widrigen Wetterverhältnissen, den Strapazen beim Uphill-Rennen DOMCAI und beim Firmenlauf in Innsbruck am Vortag, mehr als zufrieden.

Die Kombinationsfahrer beim King of Plose werden im Uphill- und Downhillbewerb, nach Recherche der Ergebnislisten, unabhängig von den Fahrern in den Einzelwertungen gewertet. Das Punktesystem ist aber für alle Disziplinen und Kategorien dasselbe.

Caidom 2012

Ergebnisse

Uphill Männer (87 Klassierte)

1. Andreas Kleiber [D] 1.46.42

2. Gustav Wildhaber [SUI] 1.47.44

3. Ludwig Doehl [D] 1.50.25

8. Willi Hofer [AUT URC-Ötztal] 1.59.07

 

Uphill Frauen (17 Klassierte)

1. Elisabeth Osl [A] 1.45.59

2. Katrin Leumann 2.08.15

3. Sabine Gandini 2.10.30

 

Downhill Männer (182 Klassierte)

1. Nicolaz Lau [GER] 24.46

2. Gustav Wildhaber [SUI] 25.10

3. Max Schumann [GER] 26.06

21. Martin Falkner [AUT] 29.32

27. Willi Hofer [AUT URC-Ötztal] 30.44

53. Nogalla Gordon [AUT] 34.22

64. Helli Plunser [AUT] 36.48

98. Roli Noichl [AUT] 41.08

 

Downhill Frauen (15 Klassierte)

1. Nicole Beege [D] 34.08

2. Birgit Braumann [AUT] 34.21

3. Ines Thoma [GER] 36.26

 

King of Plose Männer (56 Klassierte)

1. Gustav Wildhaber

[SUI] UH:222 DH:222 Total: 444

 

2. Max Schuhmann [GER]

UH:170 DH:202 Total:372

 

3. Andreas Kleiber[GER]

UH:252 DH:117 Total:369

 

Queen of Plose Frauen (7 Klassierte)

1. Katrin Leumann UP:222 DH:178 Total:400

2. Ines Thoma [GER] UH:192 DH:202 Total:394

3. Lisa Breckner [GER] UH:174 DH:192 Total:366

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